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-21- aus Helges Wohnzimmer
ÜBUNG 1
Unterschiede - wohlmerkend - danke!
Meine Damen und Herren, kommen wir doch gleich auf des Mopses Kern. Verdeutlichen wir uns das, indem wir einen Ausspruch von Wilhelm Busch analysieren:
„Ein Mops kam in die Küche...“.
Wen wohl meinte Busch mit dem Mops. Sind es die Arbeitslosen, Sozialhilfeempfänger, Aidskranken oder Homosexuellen?
Diese kann er aber nicht gemeint haben. Die sind und waren ja schon hier. Busch beschreibt das Schicksal der Ausländer, Aussiedler, Menschen der neuen Bundesländer, Boatpeople oder Asylanten, denn er schreibt ausdrücklich: „... kam in...“. Gemeint ist also jemand der kommt, das Kommen. Und wohin kommen die Asylanten? Selbstverständlich in die Küche!
Hier setzt Busch den Begriff „Küche“ für das Wohlstandsland Deutschland. Ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Sind die Menschen erst einmal hier, sehen sie, dass auch hier nicht alles in Butter ist. Aber lassen Sie uns, meine Damen und Herren, Busch weiter sprechen:
„... Und stahl dem Koch ein Ei.“
„Stahl“, man muss sich das Wort auf der Zunge zergehen lassen. „Stahl“, hier sind nicht etwas die Stahlkocher von Rheinhausen, noch die Arbeiter der Maxhütte in Bayern angesprochen, nein, er spricht von „stahl“, wie wegnehmen, stehlen oder klauen. Nein, den eben genannten wird ja nichts gestohlen sein, sie sind nur ohne Arbeit. Wäre der Freistaat Bayern eigenständig, könnten die Menschen der Maxhütte emigrieren und in Deutschland Asyl beantragen. Welche Gründe aber könnten sie nennen?
Politische?, bei dem Führer!
Wirtschaftliche?, bei den Subventionen!
Na ja, Bayern ist ja noch Mitglied der EG. Türkische Möpse haben es da bedeutend schwerer.
Sie sehen, meine Damen und Herren, gleiches Recht der Freiheit is’ nicht!
Kommen wir auf’s Stehlen zurück, „... er stahl dem Koch ein Ei“.
Wer, wem, was stiehlt, ist doch klar; Wer?, der Ausländer, wem?, dem deutschen Arbeiter! Was?, den Arbeitsplatz! Also halten wir fest: Nicht die Unternehmer sind schuld an der Arbeitsplatzverknappung, sie stehlen auch nicht, denn was einem gehört, kann man einem Anderen ja nicht wegnehmen. Sie rationalisieren nur Arbeitsplätze weg, schuld sind die Ausländer!
Was ist aber mit dem Arbeitsplatz des Koches, der steht hier ebenso nicht zur Debatte wie der eines Aufsichtsratsvorsitzenden oder Vorstandsmitgliedes. Lesen wir weiter, was der Kohl, Entschuldigung, Koch muss es heißen, also, was der Koch macht, um seine Macht zu erhalten.
„Da nahm der Koch den Löffel...“,
und, sehen Sie, meine Damen und Herren, hier und spätestens hier macht der Autor Unterschiede. Er spricht jetzt beim Koch von Nehmen und nicht vom Stehlen des Löffels. Er sagt auch nicht, wessen Löffel der Koch nimmt. Busch nimmt den Koch und den Löffel exemplarisch für Industrie und Staatsgewalt und deren Hilfstruppen, die Polizei. Schauen wir doch den Koch an:
„... und schlug den Mops zu Brei“.
Ausgerechnet mit dem Löffel, der stärksten Waffe, die ein Koch besitzt.
Welcher Lobby gehört der Koch an?, etwa der Chemie- oder gar der Atomkraftindustrie? Die Brutalität der Aussage ist nicht zu überbieten.
Zum Schluss packt Busch eine versöhnliche Komponente in diese schrecklichen Äußerungen. Er beschreibt eindrucksvoll die Solidarität dieser Randgruppen:
„Da kamen viele Möpse und gruben ihm“ dem Mops „ein Grab.“ es kommt noch besser, meine Damen und Herren „und setzten ihm“ dem Mops „ein Denkmal.“
Wäre der Mops ein Deutscher Schäferhund, abgerichtet, also dressiert gewesen, es wäre niemals zu diesen Zeilen gekommen.
Die Unterschiede wohlmerkend danke ich Ihnen. |